Schneeflöckche weiß Röckchen, deck die Schienelein zu! Dann bleiben wir in Greifswald und haben unsere Ruh!

Schnee, Schnee, Schnee und in der Mitte Alexej und die Wölfe machen Huuuuuuuuuh !!!

Schnee, Schnee, Schnee, doch wo ist Alexej, die Wölfe machen: nam, nam, nam !!!

Nee doch, Spaß bei Seite. Was Susi sich hat Heuer einfallen lassen, dass kennen wir doch, von 1978/79! Nein, da hatten wir noch nicht Frau Holle als Weihnachtmärchen, aber Schnee in Hülle und Fülle. Oh ja, ein Winter wie er im Buche steht und wir alle mitten drin!!!

Dabei fing alles ganz entspannt an! Saalbahnhof 6.00 Uhr. Der D 500 von Saalfeld nach Stralsund fuhr, wie immer pünklich in Jena ein. Voller Erwartung kletterten wir in den Zug. Alle? Nein, Maren, Purzel und Puffi nicht. Die hatten Lutz, Klaus und Bernd überstimmt, sich einen Platz bei Conny im P 70 ergattert. Klar, Conny fuhr, wie konnte es anders sein, mit dem P 70 in den Norden. Mit den heeeeeeeßen Damen an Bord, was sonst! Denn was seine Mareeeen sagte, hatte Gewicht!!! Wenn alles gut ging dann 8, ansonsten 10 Stunden. Die Reisegeschwindigkeit im P 70 war emens hoch (Echt! Berg ab waren das schon mal 100 km/h, welche Freude!) 10 Grad Plus und dementsprechend war die Kleiderordnung der Mädels. Dünne Schühchen, gemütlich sollte es schon sein. Na, die Gemütlichkeit, die sollte denen schon ganz schnell vergehn!

So fuhren wir dann alle Greifswald entgegen. Der P 70 auf der A 9 und später auf der B 96, alle anderen im D 500. Wunderbar! Wir waren gebucht für die große Silvestergala im wunderschönen Saal der Jugendherberge. Wohngebietssilvester und wir mitten drin! Ein paar Tage kostenlos in unserem geliebten Greifswald. Was konnte schöner sein!

So etwa auf der Hälfte der Stecke begann es zu schneien, soviel Schnee wie da vom Himmel herunter kam, dass hatte ich noch nie gesehn. Was sich an der Strecke abspielte, war einfach unfassbar. Im nu türmte sich der Schnee höher und immer höher auf. Was wohl mit Conny und den Mädels war? Keiner konnte da was sagen und Handys, die hatten wir damals noch nicht. Gab's die überhaupt schon? Ich glaube nicht! Es war mühsam, aber wir kamen voran. Hinter uns brach die Welt zusammen. Als wir in Greifswald aus dem Zug kletterten, waren alle mächtig froh angekommen zu sein. Wie wir dann in der Jugendherberge von Papi (Günter Kobs, Herbergsleiter von uns allen abgöttich geliebt) ankamen, meinte der nur lächelnd: "Na, ihr Schluchtenjodler - da hattet ihr aber Rießenglück, bei euch da unten geht gar nichts mehr!"

So langsam stieg die Unruhe, Angst ohne Ende stellte sich ein. Wo war der Papp (P 70 oder auch die Rennpappe) ? Weit und breit kein Conny! Es schneite unentwegt, wir nahmen erst mal unser Häuschen in Besitz, richteten uns ein, für all das was da wohl kommen möge. Feldwebel Reiner Luther (war im Herbergsaktiv, auf Silvesterurlaub), war inzwischen dabei mit Freiwilligen den Hof zu beräumen, da.....plötzlich ein wahnsinniges Geschrei!!! Er rollte auf den Hof, der Papp, Conny sei Dank! Und dann kletterten sie aus dem Waaaaagen, die heeeeeeeeeeßen Damen und waren durchgefroren, aufgeweicht und auch sonst ganz schön ramponiert. Des öfteren in den dünnen Schickelchen raus aus dem eh nicht so warmen Papp, schieben und fluchen, zittern vor Kälte und Angst nie anzukommen. Klar, das da das Schneeschippen zur Nebensache wurde und bei heißem Tee, Grog und Bier für die Männer um Lutz und Klaus gab's der Storie Teil 1 zu hören. Teil 1? Richtig, denn das Beste hebt Conny immer bis zum Schluß auf! Ihr wollt das auch wissen? Sag ich aber nicht, das könnt ihr alles im Buch nachlesen. Das ist gespickt mit vielen schöne Episoden. Alles hier schon zu veröffentlichen, wäre Eulen nach Athen zu tragen.

Endlich kam einer auf die Idee zu Haus bescheid zu sagen. Nur das ging gar nicht! Telefonleitungen waren zusammen gebrochen, die Welt im Chaos versunken! Auserdem gab es nur 3 Tänzer, die einen Telefonanschluß hatten, aber wir hatten ja noch Feldwebel Luther und der tätigte dann über geheime Kanäle, ein paar Anrufe oder was auch immer. 20 Uhr "Aktuelle Kamera", die Meldung:   " Abschließend noch eine wichtige Mitteilung. Die "Jugentanzgruppe P 70" aus Jena ist gut in Greifswald angekommen! Die Eltern brauchen sich keine Sorgen zu machen. Den Tänzerinnen und Tänzern geht es gut. Alle werden liebevoll umsorgt!" Na, das war doch mal was, wir - in der Aktuellen Kamera!

Eigentlich war die Jugendherberge "Geschwister Scholl" über Weihnachten, bis ins Neue Jahr hinein geschlossen. In diesem chaotischem Winter konnte davon natürlich keine Rede sein. Alles was irgend wie nicht weiter kam, auf den Straßen um Greifswald liegen blieb, nahm Zuflucht. Ca. 200 Personen konnte die Jugendherberge ganz leicht verkraften. Na prima, da war allerhand los. Das wir fleißig mithalfen, war wohl selbstverständlich! Die Versorgung klappte wie am Schnürchen und das war einmal mehr unserem Papi und Feldwebel Reiner Luther zu verdanken.

Habt ihr schon mal am Morgen versucht aus einer Haustür zu kommen, die meterhoch verschneit war. Nein? Wir schon!....................