Wie man eine Tanzgruppe gründet!

Na ganz einfach, indem man sich gründlich ärgert? Ärgert? - Na klar! Wird man doch einfach des Saales verwiesen. Frechheit! Warum eigentlich? Man hat doch so schön mitgemischt, bei den Choreografien und auch so, beim Training.

Das Problem war, andere wollten auch mitreden. Irgendwann wurde dann alles zu viel. Erstens der Tanzlehrerin Helga Hottenrodt und dann auch noch der Kulturhausleitung. Die hatten oben im Saal eine Scheibe, damit sie nichts verpassen konnten.  Klar, Zeisskulturhaus und Ordnung musste sein beim Unterricht! Hm - von Ordnung konnte man nicht gerade reden, aber laut war's und lustig. Wir Eltern hatten schon unseren Spaß. Arme Helga!

(Heute steht an der Stelle des Kulturhaus in Göschwitz der Jembopark. Schade, ein weiteres Kulturgebäude das die Wende nicht überlebt hat.)

So wurde nach dem ersten großen Auftritt im Volkshaus beschlossen, Ordnung muss sein! Eltern raus!

Man wurde da diskutiert. Wenn nicht mit uns, den Eltern, dann gar nicht! Pasta, aus vorbei! Ich nahm meine 2 Kinder, meinen Bruder und die Tochter meiner Nachbarin, setzte mich in den Bus und fuhr in die Innenstadt. Unterwegs kam mir ein genialer Gedanke. Die Schule, Mensch das wär's doch! Sofort wollte ich die Sache angehn. Welche Schule? Die von Steffen, die POS Grete Unrein, sollte die Ehre genießen und eine tolle Truppe bekommen. Na gut - erst mal meine vier Kids. Alles andere ergibt sich von allein.

Ein Tag später! An der Sekretärin Frau Engler mühelos vorbei, was eine Meisterleistung war, zu Direktor Stadler. "Was eine Tanzgruppe wollen sie eröffnen? Klar, haben wir noch nicht, los dann fangen sie einfach mal an!"

Ganz schnell war eine große Fangemeinde zusammen. Jungs und Mädels aller Altersklassen meldeten sich. Die Tanzbegeisterung war groß! Ruck zuck, hast du nicht gesehen, waren es 3 Gruppen die sich an 3 Tagen in der Woche trafen und gemeinsam in der Aula, nach den unterschiedlichsten Rhythmen, ihre Körper, mal gut oder schlecht bewegten. Na, da hatte ich mir was schönes eingehandelt. War ich denn noch zu retten? Wohl eher nicht!

Wenn ich heute, nach 34 Jahren zurück blicke und die Zeit Revue passieren lasse, würde ich es dennoch wieder tun. War es doch eine wunderschöne Zeit!

"Das organisierte Chaos, meine Erlebnisse mit der Jugendtanzgruppe "P 70",

sind es einfach Wert aufgeschrieben zu werden.